So wie du bist, bist du gut für mich!

Von Angelika

Mit dem Spiegelgesetz hatte ich ehrlich gesagt immer so meine Problemchen.
Wenn ein anderer mir etwas spiegelte, das ich bei mir selber fand, sei es jetzt im Positiven oder Negativen, dann konnte ich das erkennen und für mich annehmen, es in mir verstärken oder transformieren. Hier sind nun meine Überlegungen an Hand eines Bildes, was in mir innerlich hochkam, als ich darüber nachdachte:

Aber das, was mich am anderen störte, ich aber bei mir selber nicht fand, selbst wenn ich mit Messer und Gabel ihn wie einen Fisch zerteilte, da kam ich nicht dahinter, was mein Gegenüber mir spiegeln sollte. Doch dann sah ich auf meinen Teller vor mir und sah den zerlegten Fisch, das was in ihm drinnen war, also sein „Gerippe“. Das war der Kern des anderen, etwas, was mich an ihm störte, besonders wenn man diese „Gräten“ im Mund hat, dann zwicken die ja unangenehm. Man soll sie ja nicht schlucken, denn die sollen im Magen ja so einiges anrichten.

So wie das Verhalten des anderen, das mich ja immer wieder ärgert. Aber wenn es mich ärgert, ich aber nicht so bin wie er, warum liegt dann dieses „Gerippe“ zwischen uns? So langsam fängt der zerlegte Fisch auch an zu stinken. Es ist Zeit mich mal damit zu beschäftigen, um das aufzulösen und zu heilen, was jetzt ansteht!
Wenn der andere also mein absolutes Gegenteil spiegelt, was soll mir das sagen?

Dass ich dieses Eigenschaften nicht habe, o.k. Dass ich ihn aber aufgrund dieser nicht 100% annehmen kann? Weil sie mich stören? Richtige Antwort – 10 Punkte! Was jetzt? Diese Störung will ich beheben, diese „Gräte“ im Magen. Kann ich dankbar dafür sein, dass ich durch den anderen meine Eigenschaft besser erkenne? Ja, absolut!

Ich bin vielleicht sensibler, achtsamer, liebevoller, genauer, liebevoller, verantwortungsbewusster, klarer usw., als er. Vielleicht war mir dieses bisher auch gar nicht so bewusst, und mein Gegenüber weckt mich da auf. Also kann ich ihm dankbar sein dafür, dass ich diese Gaben nun bewusst in mir entdecke.

Oh, auf dem Teller liegt immer noch der zerlegte Fisch. Also darf ich noch weiter machen.

Was, wenn ich mal meine Teile mit seinen Teilen verbinde? Was kann ich von ihm lernen?
Mein Gegenüber ist vielleicht oberflächlich, leichtsinnig, unüberlegt. Ich das Gegenteil. Vielleicht bin ich manchmal zu streng mit mir, nehme alles so gewaltig ernst, grüble zu viel über alles nach, überlege alles zu genau, nehme alles zu persönlich.

Also etwas mehr Leichtigkeit könnte ich schon vertragen. Etwas mehr fliesen mit dem Leben, nicht alles so ernst nehmen, etwas spielerischer werden. Aha, also wenn ich beide Hälften verbinde, dann kommt etwas Gutes dabei heraus, etwas Neues für mich. Der andere meckert, kritisiert immer? Ich nicht. Vielleicht soll ich lernen, meine Wahrheit auszudrücken. Zu mir zu stehen!

Der andere übernimmt nicht Verantwortung? Ich schon. Ich soll lernen die Verantwortung für mich zu übernehmen, aber ihm nicht seine abnehmen. Der andere klammert? Ich liebe meine Freiheit. Vielleicht habe ich Angst vor Nähe? Jetzt kann ich mal die ganze Liste durchgehen.

Solange der andere eine Resonanz in mir hervorruft, liegt der Fisch auf dem Teller. Also ich warte jetzt nicht mehr, bis er durch das ganze Haus duftet. Alles hat auch mit mir zu tun. Dass ich nach erfolgreicher Untersuchung dem anderen eigentlich dankbar sein kann, ist für mich klar. Jetzt kann er sein so wie er ist. Denn das ist gut für mich, so schmeckt mir auch der Fisch wieder!

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5 Antworten zu So wie du bist, bist du gut für mich!

  1. silentwalker schreibt:

    Sehr Sehr schöner und einfach zu verstehender Beitrag.
    Danke

  2. Patrick Nicolai schreibt:

    Liebe Angelika,
    du hast haargenau das Verhältnis von mir zu meiner Tante beschrieben, mit genau den Charakterzügen!
    Du hast mir sehr geholfen, sie jetzt endlich in Liebe annehmen zu können so wie sie ist, und ich danke Dir dafür ganz herzlich.

    • Angelika schreibt:

      Lieber Patrick,
      das freut mich wirklich, denn es ist leichter, die Menschen mit den Augen der Liebe zu erkennen, als immer im Kampf miteinander zu sein. Wir werden es schrittweise verstehen und umsetzen, für eine neue Welt.
      Alles Liebste für deinen Weg, Angelika

  3. Christmichael schreibt:

    Liebe Angelika,

    habe Deine Prosa mit Vergnügen gelesen. Wunderschöne, übersprühende Kreativität, wie ich sie liebe. Eigenschaften sind Eigenschaften. Ohne jede Wertigkeit. Das hast Du richtig eruiert. Eigenschaften entfalten ihre Wertigkeit erst in der Situation. Beispiel: Fleiss gilt gemeinhin als positive Eigenschaft. Faul sein ist für den Betreffenden nicht leicht.
    Im 2. Weltkrieg musste ein Lokführer täglich Häftlinge nach Ausschwitz fahren. Er war kein Nazi, war aber krankhaft fleissig, pünktlich und pflichtbewusst. Hätte er sich bei jeder Fuhre nur 1 Minute mehr Zeit gelassen, wären tausende Menschenleben gerettet worden.

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